Schlau statt perfekt

In der ersten Sekunde möchte man sich den Titelsatz als T-Shirt drucken oder als Button anheften. Der Hinweis auf die Perfektionismusfalle bringt den Leser jedoch recht schnell wieder auf den Grundsatz des Buches: Fourier geht es um die Frage der Überforderung in dem, was man tut (oder zu tun hat). Sein Rezept dagegen ist im allerersten Schritt anzuerkennen, dass es Perfektion eigentlich nicht gibt. Weil die Umstände zu komplex sind, um Fehler und Veränderungen ausschließen. Und dass es Reserven braucht, auf genau diese Veränderungen zu reagieren. In diesem Sinne plädiert der Autor darauf, 80% der Ressourcen einzusetzen, um 100% der Leistung zu bringen. Aber sich eben nicht vom Perfektionismus per Burn-out und Co. „umbringen“ zu lassen. Sein Schlüssel dazu ist, die Funktionsweisen des sozialen Umfelds genauer zu verstehen und deren Möglichkeiten effektiver zu nutzen. Der Inhalt des Buches ist nicht wirklich neu, aber Fourier berichtet aus seiner persönlichen Erfahrung und kommt damit angenehm aus der Praxis. Kleine Zusammenfassungen am Ende der Kapitel sind ebenso hilfreich wie praktische Übungen. Dazu noch Hinweise auf weiterführende Literatur. Das Buch ist sicherlich kein Mittel gegen den Burn-out, aber es wird zum Nachdenken anregen und vielleicht auch helfen, Sichtweisen zu ändern.

Die Führungskräfte, Februar 2016

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