Zentralisierung vs. Dezentralisierung - ein ständiges Hin und Her

Vor etwa einem Jahrzehnt begann eine neue Zentralisierungswelle zu rollen, vor allem in Großunternehmen. Man versuchte, die Expansion und Globalisierung der Unternehmen durch zentrale Kontrolle und Steuerung in den Griff zu bekommen. Ein närrisches Unterfangen! Es ist ein Naturgesetz: Je komplexer eine Organisation wird, um so weniger lässt sie sich kontrollieren und steuern. Trotzdem wurde es mal wieder versucht. Das Ergebnis war - wie zu erwarten - weniger unternehmerische Initiative an der Basis, trotz Empowerment und Urgency und ähnliche Mäzchen amerikanischer Berater.

Jetzt gibt es seit einiger Zeit eine Gegenbewegung. In großen Unternehmen, z.B. in einigen Pharmaunternehmen, versucht man, kleinere Einheiten zu schaffen. Diese beginnende Dezentralisierung beginnt, die zentrale Kontrolle zu unterlaufen und mehr Macht in die Märkte zu geben. So nutzt GSK durch seine Allianz mit Aspen deren Marktpräsenz in Afrika für den Vertrieb seiner eigenen Produkte, ein absolutes Novum für dieses Unternehmen. Die Gefahr bei Dezentralisierung ist, dass der Verselbstständigungsdrang der einzelnen Einheiten zu Ineffizienz führt.

Die Gretchenfrage ist nun, wie man die unzweifelhaften Vorteile eines Großkonzerns (Markt- und Kapitalmacht ...) mit den Vorteilen kleinerer Strukturen (unternehmerische Kompetenz, Beweglichkeit) in Einklang bringt. Das gelingt sicher nicht, indem man immer zwischen zentral und dezentral hin- und herpendelt, sondern nur durch eine neue Form von Arbeitsteilung. Darüber sollte man diskutieren!