Über dem Schreibtisch meines Großvaters hing ein Spruch in einem wackeligen Holzrahmen, an dem schon etwas die Farbe bröckelte. Immer wenn ich ihm eine Frage stellte, die sich mit dem tieferen Sinn der Welt befasste, wies er mit seinem Daumen auf diesen Spruch. Heute habe ich den Verdacht, dass er einfach keine Lust hatte, die tiefsinnigen Fragen eines Dreikäsehoch zu beantworten. Damals erschienen mir seine Daumengeste und der Spruch als die größte Weisheit. Der Spruch ging so:

Vor etwa einem Jahrzehnt begann eine neue Zentralisierungswelle zu rollen, vor allem in Großunternehmen. Man versuchte, die Expansion und Globalisierung der Unternehmen durch zentrale Kontrolle und Steuerung in den Griff zu bekommen. Ein närrisches Unterfangen! Es ist ein Naturgesetz: Je komplexer eine Organisation wird, um so weniger lässt sie sich kontrollieren und steuern. Trotzdem wurde es mal wieder versucht.

In der vergangenen Woche hatte ich Gelegenheit, einen Sufimeister beim Geschichtenerzählen zu studieren. Es war köstlich, wegen der Geschichten, und aufschlussreich, wegen der Art, WIE er sie erzählt hat.