Durch einen Kollegen wurde ich angeregt, mich mit dem Thema „Vorbild“ zu beschäftigen. Ein wirklich interessantes Thema, denn wir sind ja immer Vorbild, ein gutes oder schlechtes oder irgendwie dazwischen. Meist ist uns das gar nicht bewusst, und wollen müssen wir es erst recht nicht. Aber irgendjemand schaut immer auf uns. Und richtet sich nach uns. Und schon sind wir Vorbild, ohne es zu merken.

Es soll ja immer noch Leute geben, die bei neuen Begriffen, die durch den Management-Medienwald getrieben werden, glauben, dass tatsächlich auch etwas Neues dahintersteckt. Wir haben bei Humanagement die Entwicklungen der letzten 25 Jahre ziemlich genau verfolgt und kommen zu dem Schluss: Das ist ausnahmslos alter Wein in neuen Schläuchen.

Das ist einer der Schlüsselsätze in meinem neuen Buch "Die Sandwich-Connection". Darauf fußend beschreibe ich darin drei Vertrauensprinzipien, mit deren Hilfe Vertrauen wachsen kann, so dass aus zunächst flüchtigen Kontakten nach und nach tragfähige Beziehungen werden. Das ist schließlich der Sinn von Networking - jedenfalls nach meinem Verständnis. Es geht um Beziehungen zu und mit anderen Menschen und nicht in erster Linie um eigene Vorteile. 

Von Zeit zu Zeit werde ich in meiner Beratungstätigkeit in Unternehmen mit dem Thema Krankenstand konfrontiert. Seit Jahren beobachte ich dabei eine weitgehend unveränderte Situation: Der Krankenstand befindet sich auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Das ist umso auffälliger, da in allen Unternehmen sehr viel dafür getan wird, den Krankenstand zu senken. Es gibt das betriebliche Gesundheitsmanagement – in manchen Unternehmen wird dafür viel Geld ausgegeben. Permanent werden Verbesserungen an den Arbeitsbedingungen vorgenommen.

Am Dienstagabend hatte ich Gelegeneheit, vor einem ausgewählten Kreis von Firmenkunden der Hannoverschen Volksbank über das Thema "Unternehmenskultur – ein schwammiger Begriff für einen entscheidenden Erfolgsfaktor" zu sprechen. Zugegeben, ich war mir nicht ganz sicher, ob dieses Thema auf besonderes interesse stoßen würde, zumal ich die Zuhörer mit einigen ungewöhnlichen Sichtweisen in Kontakt brachte.

Wandel läuft oft anders, als vorhergesagt. Ein Beispiel: Bis vor Kurzem dachte ich noch wie die meisten, die Veränderungen im Buchhandel würden durch das E-Book getrieben. Weit gefehlt, wie ich jetzt im Zusammenhang mit der Entwicklung der Absatzzahlen meines Buchs „schlau statt perfekt“ feststellen konnte. Ich hatte nämlich meinen Verlag angerufen und mich beschwert, dass das Buch nicht in den Buchhandlungen zu finden ist und auch nicht als E-Book zur Verfügung steht.

Das Komplexitätsthema wird von vielen Menschen als ziemlich theoretisch wahrgenommen. Das liegt daran, dass es uns ständig umgibt. Wir kennen praktisch nichts Anderes, als in komplexen Situationen und Problemen zu stecken. Und irgendwie kommen wir ja damit auch zurecht. Meistens jedenfalls. Manchmal allerdings kommt es ganz besonders „dicke“ und dann haben wir so richtig Stress.

„Ich habe in meinem Unternehmen eine ganze Menge gut ausgebildeter, junger und talentierter Mitarbeiter, um die mich viele beneiden. Aber sie kriegen ihr geballtes Wissen einfach nicht auf die Straße. Solange alles einfach ist und theoretisch, finden sie supergute Lösungen, aber wenn dann die Alltagspraxis über sie kommt, ist es vorbei.“

„Das kann doch nicht wahr sein! Da eiern wir seit Monaten um das Problem herum und jetzt kommen sie, und wir finden in zwei Stunden eine Lösung. Waren wir denn alle völlig vernagelt?“ Dieser Ausbruch meines Gegenübers hatte mich im ersten Moment ziemlich erschreckt, aber dann setzte er ein breites Grinsen auf, reichte mir die Hand über den Tisch und meinte anerkennend, dass ich mein Geld schon wert sei.

Kürzlich bat mich der Geschäftsführer eines süddeutschen Unternehmens um meine Einschätzung zu einem Vorschlag seines Personalleiters. Dieser hatte festgestellt, dass die Mitarbeiter nicht genügend mit dem Unternehmen identifiziert seien und zur Behebung dieses Defizits ein kennzifferngebundenes Prämiensystem entwickelt. Der besondere Clou daran war, dass man den Mitarbeitern bei Erreichen bestimmter, im Einzelnen noch zu definierender Ziele nicht einfach nur Geld in die Hand drücken wollte, sondern kleine Goldbarren.