Überleben im stetig komplexer werdenden (Arbeits-) Alltag, wie geht das eigentlich noch?

E-Mails checken, soziale Medien bedienen, Anrufe beantworten, in Meetings sitzen, netzwerken, Kinder betreuen – man fragt sich ja doch oft inzwischen, wie und wann man überhaupt noch die Arbeit – und auch die Freizeit – schaffen kann. Denn die Komplexität der tagtäglichen Arbeitsanforderungen scheint ins Unermessliche zu wachsen, der Arbeitsdruck steigt stetig, die Freizeit wird immer weniger, die Gesundheit leidet. Ja, o,k. das sind keine neuen Themen. Dafür gibt es bereits mehr als genug Fachbücher.

Aber der Autor setzt erfreulicherweise an einem ganz anderen Punkt an: Perfekt geht nicht. Punkt. Selbst mit 120 Prozent Einsatz wäre niemand Herr seiner stetig komplexer werdenden Umwelt. Das kann eben nicht funktionieren. Irgendwie rennt man sich so selber immer hinterher. Die Lösung, wie man das Trendthema Komplexität dennoch meistern kann, ist sowohl einfach, als auch umsetzbar: Ab sofort einfach nur noch 80 Prozent unserer Ressourcen einsetzen, um (überlebensnotwendige) Reserven zu schaffen. Wie dies bei gleichzeitiger Höchstleistung funktionieren kann, beschreibt Dr. Fourier anschaulich und mit vielen Beispielen – nicht nur aus der Arbeitswelt – auf locker erzählten und gut lesbaren Seiten. Um seine Denkanstöße zu vertiefen, fasst der Autor am Ende jedes der Kapitel seine Thesen noch einmal kurz und knackig zusammen. Gute Tipps, um den Alltag besser zu strukturieren, gibt es am Ende des Buches. Daher ist „schlau statt perfekt“ auch mehr als ein Fachbuch für Führungskräfte, es ist auch ein idealer Ratgeber für jeden, der sich mit Komplexität tagtäglich auseinander setzen muss.

Katja Banik, Amazon, November 2015

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