Zahlen schaffen keinen Sinn!

Firmenevents sollen Sinn stiften. Und dafür wird dann meistens mächtig aufgefahren. Nicht nur an Essen und Trinken, mehr oder weniger berühmten Künstlern oder diversen Action- Einlagen, sondern auch an Erfolgsdarstellungen, Umsatzzahlen, Steigerungsraten, überbotenen Zielvorgaben und Zahlenkolonnen. Das ganz eingerahmt von Bildern mit schönen Landschaften, lachenden Menschen und glücklichen Mitarbeitern. Schon erlebt so? Klar, und was ist geblieben? Die Zahlen sind vorbeigerauscht, die Bilder verblasst und die vorn auf der Bühne demonstrierte Stimmung verflogen.

Es geht aber auch anders. Ich habe in der vergangenen Woche am Event einer amerikanischen Firma teilgenommen und wurde total überrascht. Meine Erwartungen waren, geprägt durch die Erfahrungen vieler Teilnahmen an solchen Veranstaltungen in den zurückliegenden Jahrzehnten, ziemlich gedämpft. Und dann noch ein US-amerikanisches Unternehmen! Da habe ich schon schlimme Dinge erlebt, von Tschakka-Euphorie bis Selbstdarstellungsrummel und Kraftmeierei.

Bei dieser Firma lief es ganz anders. Die Teilnehmer erzählten einander ihre Geschichten. Wie sie zur Firma gekommen sind, wie sie ihren Alltag erleben, wie die Produkte wirken, was sie von Kunden darüber gehört haben. Der CEO machte davon keine Ausnahme. Auch er sprach über seine ganz persönliche Art zu arbeiten, über seinen Tagesablauf und über Erlebnisse mit Mitarbeitern. Der Unternehmensgründer, ein über achtzigjähriger Herr, war über den großen Teich gekommen, hielt eine sehr persönliche Rede und war den ganzen Tag und den Abend für die Teilnehmer anfassbar anwesend.

Natürlich gab es viel Beifall, schöne Bilder und mitreißende Musik. Aber alles war von Fröhlichkeit durchdrungen. Mit wem ich auch sprach, alle - ausnahmslos alle - Mitarbeiter erzählten mit einer stolzen Begeisterung von IHRER Firma. Sie redeten über den Gründer, als sei er ihr Großvater. Sie wussten Geschichten über ihn, über den CEO und dessen Familie und über viele andere Führungskräfte zu erzählen, die weit über den Arbeitsbereich hinausgingen. Diese persönliche Nähe habe ich bisher nur in kleinen Unternehmen erlebt. Und hier waren immerhin 16.000 Menschen in der Halle! Klein ist anders, auch wenn sich die Firma als "biggest small company" bezeichnet.

Sinn entsteht, indem man sich gegenseitig Geschichten erzählt. Theoretisch ist das klar - hier war das praktisch erlebbar. Schön und ermutigend, dass es so etwas tatsächlich gibt. 

Kommentare

Wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich finde, Sinn macht es nur ein wertvoller Mensch unter Menschen zu sein. Und das fasziniert mich in dieser Firma. Hier wird Lebensfreude geschult und Liebe gelebt. Und ganz nebenbei wird man erfolgreich. LG

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