Unternehmenskultur beschreiben? Unmöglich!

Es ist eine beliebte Frage: Wie beschreiben wir die Kultur unseres Unternehmens?

Aber es ist eine falsche Frage! Es ist nämlich eine Illusion zu glauben, man könne Unternehmenskultur beschreiben.  

Warum geht das nicht? Dafür gibt es drei Gründe.

  1. komplex
  2. flüchtig
  3. gefühlig

Das Bild zeigt, wie viele Einflüsse auf die Unternehmenskultur einwirken. Dabei sind das noch nicht einmal alle, sondern nur die wichtigsten, die aus dem Unternehmensalltag (Vorderbühne), aus der Unternehmensumwelt und von der Unternehmenskultur (Hinterbühne) selbst kommen. Was da alles aufeinanderprallt, macht das Thema so komplex.

Da sich diese Einflüsse ständig ändern, verändert sich natürlich auch die Unternehmenskultur. Das drückt sich in dem häufig gehörten Satz "früher war das hier alles ganz anders ..." aus. Ob Bankmitarbeiter, die Leute bei Volkswagen oder im Einzelhandel, alle können sie Geschichten darüber erzählen, wie sich die Art, in den Unternehmen miteinander umzugehen oder was früher wichtig war und was heute, fast täglich verändert. Unternehmenskultur folgt dem Wandel, sie lässt sich nicht greifen, ist flüchtig

Gerhard Wohland hat für Unternehmenskultur vor einigen Jahren den Begriff der Hinterbühne vorgeschlagen. Er hat damit ein für viele Menschen eingängiges Bild gewählt, worum es dabei wirklich geht: Um all die Dinge, die zum Unternehmen gehören und es prägen, die aber nicht sichtbar, messbar, katalogisierbar usw. sind. Werte, Gewohnheiten, Traumata, Storys sind keine rationalen Kategorien, sondern emotionale. Auf der Hinterbühne ist es gefühlig. Da kann man Geschichten erzählen, oder besser: erzählen lassen. Darin drückt sich Unternehmenkultur aus, aber eben nicht direkt.

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