Das Bundeskabinett mutiert zur Jugendbrigade
Es begann mit einem jugendlichen Wirtschaftsminister, jetzt Verteidigungsminister. Naja, sagten sich mit mir viele aus dem Wahlvolk, er wirkt ja ganz schneidig, ist intelligent und gewandt. Wenn er von den erfahrenen Politikern um ihn herum ordentlich gestützt wird, dann wird das schon klappen. Hat es auch, so im Großen und Ganzen, wenn man von ein paar vorschnellen Äußerungen in der Öffentlichkeit, die man seiner Jugend zugute halten kann, einmal absieht. Beim Opel-Deal konnte er sich nicht durchsetzen. Klar, ist einfach noch zu jung, seine Stimme zählt noch nicht. Zuletzt waren es seine Statements über die Tankersache in Afghanistan, wo sich ein Erfahrener sicher noch ein paar Tage zurück gehalten hätte. Jetzt muss er zurück rudern, was bekanntlich immer etwas schwieriger ist. Aber er ist in der Tat auf gutem Wege und ein Hoffnungsträger.
Dann kam ein jugendlicher Bundesgesundheitsminister. Ich betone das "Bundes", weil er das selbst immer gerne tut. Er ist hochintelligent, fleißig und versichert mit treuherzigen Augen in alle Kameras, dass er sich wirklich viel Mühe geben will. Brav, Söhnchen. Die ausgekochte Lobby freut das. Man ahnt schon die Psychogramme durch die Korridore kreisen, die Aufschluss darüber geben, wie man den jungen Mann am besten vor den eigenen Karren spannt. Und obwohl oder weil er einer schwierigen Aufgabe gegenübersteht und weil er so treuherzig guckt, schlägt ihm eine Menge Symphathie entgegen. Wenn er von den erfahrenen Politikern um ihn herum unterstützt wird, dann könnte er es schaffen. Ein Hoffnungsträger.
Nun die neueste Überraschung aus dem Hause Merkel, Kristina Köhler als Familienministerin. Ich kannte sie schon aus Twitter. Ihre Einträge sind wirklich nicht sonderlich inspirierend. Ansonsten ist sie jung, ehrgeizig und voller Tatendrang. Berufspolitikerin am Anfang ihrer Karriere. Einige Reden gehalten, Vorlagen gemacht und den Kollegen Steinmeier gegrillt, wie man hört. Islam-Expertin soll sie sein. Und jetzt Ministerin im Bundeskabinett. Kann sie es schaffen, wenn all die erfahrenen Politiker um sie herum sie unterstützen? Eine Hoffnungsträgerin?
Spätestens jetzt drängen sich mir einige Fragen auf:
- Ist Regieren so leicht und braucht es dazu so wenig Erfahrung, dass man Ministerien an Hoffnungsträger vergeben kann?
- Wie viele Hoffnungsträger statt gestandener Erfahrungsträger kann eine Regierung verkraften?
- Ist die Führung eines Bundesministeriums wirklich das richtige Übungsgelände für Nachwuchspolitiker?
- Werden die Politiker um sie herum sie wirklich unterstützen, haben sie die Zeit dazu und auch den Willen?
- Wer sind die Leute hinter ihnen, die sie steuern? Haben wir die gewählt?
- Sind diese Personalien Ausdruck dafür, dass es keine besseren Politiker gibt oder drückt sichd darin reines Machtkalkül aus?
Und mehr und mehr kreisen meine Gedanken um die zentrale Frage:
Wer stoppt endlich all diesen unverantwortlichen Blödsinn?
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Kommentare
Sachlicher Artikel oder Bewertung aus dem eigenen Standpunkt herraus?
Alter Sack = Erfahren; Jugendlich = Unerfahren?
Ist dies der Extrakt des Artikel?
Ist der/die MinisterIn mehr als das Aushängeschild des Ministeriums? Wird die meiste Arbeitund insbesondere die Kleinarbeit nicht bei allen Regierungen von den gleichen Leuten gemacht?
Sicher es wird immer viel von Visisonen und Richtlinien gesprochen, Braucht es dazu nicht mehr als 4 Jahre?
ok, ich hab auch nur Fragen beigesteuert.
Schönen Sonntag noch
Jetzt versuch ich nur noch die Kabdscer zu lesen....
Grüße aus Friolzheim